Seelsorgebereich Lindlar :Aktion Purpurbuchen - Erinnerung pflanzen

„Aktion Purpurbuchen – Erinnerung pflanzen“: Im November bei uns in Lindlar
Das Erzbistum Köln hat im letzten Jahr eine Initiative aus dem Bistum Münster aufgegriffen, an der wir uns als Seelsorgebereich Lindlar gerne beteiligen möchten: Die „Aktion Purpurbuchen“.
Seit im Jahr 2010 das Berliner Canisius-Kolleg öffentlich gemacht hat, in welchem Ausmaß sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in der katholischen Einrichtung geschehen ist, gab es auch im Erzbistum Köln zahlreiche Schritte der Aufarbeitung. Bundesweit und auch in unserem Bistum sind viele Verbrechen sichtbar geworden, die sprachlos machen. Das Leid zahlloser Betroffener kann nicht ungeschehen gemacht werden und erfordert doch eine Reaktion. Wie in allen Bistümern gibt es auch bei uns seit Jahren eine unabhängige Aufarbeitungskommission und einen Betroffenenbeirat, es wurden Studien veröffentlicht, Zahlungen geleistet und neu geregelt, wie bei einem Verdacht vorgegangen werden muss. Außerdem wurden viele Schritte unternommen, präventiv vorzubeugen und Taten zu verhindern. Wie in jedem Seelsorgebereich gibt es auch in Lindlar ein Schutzkonzept und Schulungen für alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende.
Die „Aktion Purpurbuchen“ möchte nun dezentral Orte schaffen, die an Leid erinnern und Aufmerksamkeit auch in Zukunft einfordern. Es werden „Trauerbuchen“ gepflanzt, die „lebendige Zeichen“ sein möchten: In ihrem Wuchs und ihrer Farbe symbolisieren sie Trauer über das, was geschehen ist. Als lebendige, wachsende Bäume weisen sie gleichzeitig in die Zukunft. Sie weisen nicht auf bestimmte Taten hin, sondern wollen uns alle auffordern, dort aufmerksam zu sein, wo wir Leid verhindern können. An den Purpurbuchen sollen Erinnerungs-Orte entstehen, wo Menschen ins Gespräch kommen und das Geschehene sichtbar wird. Missbrauch konnte auch deshalb in so einem großen Ausmaß in Kirche stattfinden, weil weggesehen, weggehört und geschwiegen wurde. Das darf nie wieder sein.
So sollen die Bäume zeigen, dass auch in Lindlar Betroffene eine Gemeinde vorfinden, die sich dem Thema stellt und verloren gegangenes Vertrauen wieder wachsen lassen möchte.
Die Buche in der Variante Fagus sylvatica f. purpurea erfordert viel Platz und wird einmal nicht zu übersehen sein: Sie kann über 20 Meter hoch und 200 Jahre alt werden.
Pflanzung der Purpurbuchen in Lindlar
Freizeitpark Lindlar: Sonntag, 15.11.26, 16:00 Uhr mit Andacht
St. Agatha Kapellensüng: Sonntag, 22.11.26 im Anschluss an die Messe (Beginn der Messe 11.15 Uhr)
Weitergehende Informationen und Hilfsangebote
Wir sind uns der Verantwortung bewusst und möchten Ihnen im Folgenden Informationen und Hilfsangebote des Erzbistums Köln zur Verfügung stellen.
Hilfsangebote:
Falls Sie auf der Suche nach Ansprechpersonen sind zum Thema Missbrauch und sexuelle Gewalt, helfen Ihnen unabhängige Kontaktpersonen weiter oder die Stabsstelle Intervention des Erzbistums unter 0221 1642 1821.
Weitergehende Informationen:
https://www.erzbistum-koeln.de/rat_und_hilfe/sexualisierte-gewalt/betroffene/index.html
https://www.dbk.de/themen/sexualisierte-gewalt-und-praevention/praevention